Sturzfluten und Starkregenereignisse treten nachweislich öfter und intensiver auf. Die Gemeinde Baierbrunn hat Überflutungen durch Starkregen deshalb im Rahmen eines staatlich geförderten Projekts untersuchen lassen. Fokus war dabei wild abfließendes Wasser, das mittels Simulationsrechnungen betrachtet wurde. Am 24.02.2026 stellte die Lindschulte Ingenieurgesellschaft mbH Ammersee, vertreten durch Herrn Dr. Manfred Schindler, die aktuellen Erkenntnisse zum Sturzflut-Risikomanagement im Sport- und Bürgerzentrum vor. Die vorgestellte Simulation kann nun über den Link https://mapview.hydrotec.de/models/lindschulte-ammersee-SFRM-Baierbrunn/ betrachtet werden.
Eine Anleitung zur Nutzung der Anwendung finden Sie unten im pdf-Dokument.
Bei der Modellierung wird die Landoberfläche mit einem statistisch ermittelten 30-jährlichen (41,0 l/m²), 100-jährlichen (51,1 l/m²) und extremen (100 l/m²) Niederschlagsereignis beregnet. Die Versickerung, die von der Landnutzung und der Bodenbeschaffenheit abhängig ist, wird dabei berücksichtigt. Bei derartigen Unwetterereignissen können örtlich erhebliche Gefahren für Leib und Leben durch schnell fließende, mitreißende Wasserströme auf überfluteten Verkehrswegen und Grundstücken bestehen. Dies gilt ebenso bei plötzlicher Flutung von Gebäudekellern und Tiefgaragen, bspw. durch Ertrinken und Stromschläge. Das Eindringen von Sturzflutwasser in Gebäude führt insbesondere zu Verschlammungen und Vernässungsschäden in den Gebäuden, am Inventar und an Einlagerungen. Austretendes Heizöl aus aufschwimmenden Heizöltanks verursacht einen besonders hohen Sanierungsaufwand.
Anhand der Simulation können Sie einen Einblick gewinnen, ob bei Ihnen eine Überflutungsgefahr durch Starkregen gegeben sein könnte. Dies ist ebenso eine gute Möglichkeit, Ihre Vorbereitungen, Verhalten und Handeln, sowie Ihren Versicherungsschutz für den Ernstfall zu überprüfen. Außerdem können Sie überprüfen, ob vorsorgliche bauliche und nicht-bauliche Maßnahmen getroffen werden sollen. Die Einschaltung eines Fachplaners wird hierbei empfohlen.
Bitte beachten Sie, dass es sich bei der Simulation um eine theoretische Betrachtung möglicher Gefahren, basierend auf den der Berechnung zugrunde liegenden Daten und Annahmen, handelt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass in der Realität auch Grundstücke betroffen sein werden, die in der Simulation als nicht gefährdet dargestellt sind. Ebenso bedeutet es nicht, dass jedes in der Simulation als betroffen dargestellte Gebäude in der Realität auch wirklich betroffen sein wird – dies hängt von den spezifischen Gegebenheiten vor Ort ab.
